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02.08.2003 - 10:59
Antidiskriminierungskampagne eingeläutet

Prof. Dr. Theresia Degener am Rednerpult   
Bremen (kobinet) «Bimm, bamm, bumm», schallte der Chor aus über 100 Stimmen von Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen und nichtbehinderten SympathisantInnen durch die Uni Bremen, an der die Abschlussveranstaltung der Sommeruni zu Behindertenfragen stattfand. Mit dieser Inszenierung, die von der renommierten Behindertenrechtlerin, Prof. Dr. Theresia Degener, dirigiert wurde, wurde am Freitag die Kampagne für die Einbeziehung behinderter Menschen in das zu schaffende Antidiskriminierungsgesetz eingeläutet.

«Bimm, bamm, bumm - bimm, bamm, bumm - und noch etwas lauter, so dass es auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, der Kanzler und die Bundestagsabgeordneten hören, bimm, bamm, bumm - bimm, bamm, bumm», schallte der Chor, der sich selbst als ,armlos aber nicht harmlos' bezeichnenden Juristin Prof. Dr. Theresia Degener mit den Füßen dirigiert wurde. Mit dieser Aktion machten die TeilnehmerInnen der Sommeruni «Disability Studies in Deutschland - Behinderung neu denken» deutlich, dass sie hellwach sind und den Prozess der Verabschiedung des zivilrechtlichen Antidiskriminierungsgesetzes nun intensiv mit einer Kampagne begleiten werden.

«Der Gesetzesentwurf für ein Antidiskriminierungsgesetz wird uns bald in Berlin aufgetischt - und wahrscheinlich ohne die Einbeziehung behinderter Menschen. Das werden wir uns gerade im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen nicht bieten lassen, denn wir sind stinksauer darüber», hatte zuvor Ottmar Miles-Paul erklärt, der die verbands- und behinderungsübergreifende Kampagne vom NETZWERK ARTIKEL 3 aus koordiniert. «Helmut Kohl glaubte 1994 schon einmal, dass er behinderte Menschen bei der Verfassungsreform nicht berücksichtigen bräuchte. Er musste seine Meinung genau so korrigieren, wie dies Justizministerin Brigitte Zypries, Kanzler Gerhard Schröder und die noch zögerlichen Abgeordneten in diesem Fall auch tun werden müssen, denn ab jetzt geben wir keine Ruhe mehr», so Miles-Paul. «Es ist juristisch schlichtweg nicht nachvollziehbar, warum behinderte Menschen nicht in das Antidiskriminierungsgesetz mit aufgenommen werden sollen und damit eine rein politische Entscheidung, ob dies gewollt ist oder nicht», brachte es Prof. Dr. Theresia Degener auf den Punkt und ließ es auf einem Servierwagen vor den TeilnehmerInnen sitzend weiter läuten: «Bimm, bamm, bumm - bimm, bamm, bumm». omp

 

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