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21.10.2002 - 9:39
Agenda 22 in Aachen

Logo für das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen   
von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl

Berlin (kobinet) Engagierte Mitstreiter für das Programm «Agenda 22» über Chancengleichheit in Europa gewinnen – das wollen die Behindertenräte in Schweden und den Niederlanden. Bei einem Treffen in Aachen während der Europäischen Regionalkonferenz von Rehabilitation International über Netzwerke in der Praxis geht es um die praktische Umsetzung der «Standard Rules on the Equalization of Opportunities for Persons with Disabilities».

Das von der Vollversammlung der Vereinten Nationen am 20. Dezember 1993 beschlossene Dokument ist praktisch die Uno-Charta für die Gleichberechtigung behinderter Menschen. Am 10. und 11. November wird in Aachen darüber beraten, wie die 22 Standard Rules in Europa noch stärker das Handeln bestimmen können. Zehn Jahre nach ihrer Verabschiedung sollte das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen wesentliche Fortschritte in der Praxis bringen. In Aachen ist zu diskutieren, wie die Agenda 22 auf lokaler Ebene in möglichst vielen europäischen Ländern (Ost und West) umzusetzen ist. Ergebnisse könnten dann auf einer internationalen Konferenz in Schweden im November 2003 vorgelegt werden.

Aachen soll wichtige Impulse einer Initiative bringen, für die bisher der Slogan «Von den Standard Rules der Vereinten Nationen zur Schaffung einer Agenda für die EU» gefunden wurde. Neben der Mobilisierung von Nichtregierungsorganisationen geht es auch darum, die Aufmerksamkeit der Regierungen auf das Programm Agenda 22 zu lenken. Es stellt eine Gelegenheit dar, das Jahr 2003 zu nutzen, um in dem Bestreben behinderter Menschen um Chancengleichheit einen großen Schritt voranzukommen.

Für die Diskussion um eine gesetzlich zu verankernde Gleichstellung behinderter Menschen in den deutschen Bundesländern wurde jetzt vom Berliner Behindertenverband (BBV) ein Vorschlag unterbreitet (kobinet-nachrichten am 18. Oktober), den Behinderungsbegriff zweifach zu definieren. «Wir müssen endlich dazu kommen, Behinderung einmal als aktives Handeln (Versagen) von Menschen und Behörden zu verstehen, das mit Strafe belegt wird», mailte mir BBV-Vorsitzender Ilja Seifert. «Und zum anderen ist sie eine Eigenschaft (von uns), mit der wir leben, die aber Nachteile mit sich bringt, die ausgeglichen werden müssen.» Ein europäischer Vorschlag?

 

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Rolf Barthel   am 21.10.02
 

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