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Prof. Dr. Sigrid Arnade mit Ernennungurkunde und BlumenBerlin: Für das NETZWERK ARTIKEL 3 ist es eine gute Nachricht zur Inklusion, dass am 22. Mai Prof. Dr. Sigrid Arnade an der Alice Salomon Hochschule im Rahmen einer dreistündigen Veranstaltung zur Honorarprofessorin ernannt wurde. Die engagierte Streiterin für die Menschenrechte behinderter Menschen und für Frauenrechte und langjähriges Mitglied im Vorstand des NETZWERK ARTIKEL 3 brachte im Rahmen der Veranstaltung die deutschen Vertreter*innen der Behindertenbewegung bei den Verhandlungen für die Entwicklung der UN-Behindertenrechtskonvention zu einem Podiumsgespräch zusammen. "Sichtbar ja - aber dann? Behinderte Frauen und die UN-Behindertenrechtskonvention", so lautet der Titel der Veranstaltung, die am 22. Mai im Audimax der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) stattfand. Jürgen Dusel würdigte die Ernennung von Prof. Dr. Sigrid Arnade zur Professorin bei seinem Jahresempfang.

Prof. Dr. Sigrid Arnade engagiert sich bereits seit vielen Jahren in der Behindertenbewegung, war bei der Verhandlung der UN-Behindertenrechtskonvention bei mehreren Treffen in New York City dabei und ist derzeit Vorsitzende des Sprecherinnenrats des Deutschen Behindertenrats (DBR). Bevor sie in den „Ruhestand“ ging, war sie mehrere Jahre lang Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL). Seit ihrer Gründung im Dezember 2015 ist die in Berlin lebende gelernte Tierärztin auch eine der drei Sprecher*innen der LIGA Selbstvertretung. Bereits im Initiativkreis Gleichstellung Behinderter, der dann ins NETZWERK ARTIKEL 3 überging, wirkte sie entscheidend daran mit, dass das Benachteiligungsverbot für behinderte Menschen 1994 ins Grundgesetz mit aufgenommen wurde. Später gründete sie das NETZWERK ARTIKEL 3 mit und agiert schon seit vielen Jahren im Vorstand des Vereins für Menschenrechte und Gleichstellung Behinderter. Prof. Dr. Sigrid Arnade hat die behindertenpolitischen Themen in Sachen Ableismus, die Rechte behinderter Frauen, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und auch zuletzt in der Diskussion um die Triage während der Corona-Pandemie entscheidend mitgeprägt. Ihre Studierenden könnten sich also keine bessere Expertin für ihre Ausbildung wünschen.

In der Talkrunde zur Verankerung der Rechte behinderter Frauen in der UN-Behindertenrechtskonvention mit Prof. Dr. Theresia Degener, Brigitte Faber, Sabine Häfner, Dinah Radtke und Prof. Dr. Sigrid Arnade unter der Moderation von Martina Puschke kamen entscheidende Akteurinnen für das Zustandekommen der UN-Behindertenrechtskonvention und für die entsprechende Verankerung der Menschenrechte behinderter Frauen zusammen. Dabei wurde deutlich: „Es gibt noch sehr viel zu tun!“

 

Podiumsgespräch zur UN-BRK mit engagierten Frauen
Podiumsgespräch zur UN-BRK mit engagierten Frauen

 

Die Rektorin der ASH Berlin, Prof. Dr. Bettina Völter, hat Dr. Sigrid Arnade auf Vorschlag des Fachbereichs Soziale Arbeit zur Honorarprofessorin ernannt. „Zum Ende der Veranstaltung gab Prof. Dr. Sigrid Arnade eine Bilanz der gemeinsamen Geschichte mit auf den Weg (‚Mit langem Atem und brennender Ungeduld‘), indem sie Elemente politischer Arbeit und Erfolgsfaktoren für gelingende Kooperationen benannte: ‚Immer dranbleiben, nachhaken, niemals aufgeben‘. Die wissenschaftliche Aufarbeitung des Erfahrungswissens sei ein lohnendes Forschungsfeld für die Disability Studies“, heißt es in einem Bericht der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Link zum Bericht über die Veranstaltung und die Ernennung der ASH Berlin