Berlin, 22. April 2026: Die Enquete-Kommission "Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse" hat für den 20. April 2026 150 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren nach Berlin eingeladen. Sie sollten über ihre Erfahrungen während der Corona Pandemie berichten. Lilith Fendt war für die Selbstvertretung junger Menschen mit Behinderungen (jumemb) mit dabei und hat dem Projekt Gute Nachrichten zur Inklusion folgenden Bericht über die Veranstaltung, ihre Erlebnisse und vor allem auch mit ihrer Kritik geschickt.
Dabei bei der Enquete-Kommission zur Corona-Pandemie: Es hätte noch viel zu Sagen gegeben
Bericht von Lilith Fendt
Die Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ hat für den 20. April 2026 150 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren nach Berlin eingeladen. Sie sollten über ihre Erfahrungen während der Corona Pandemie berichten. Ich war für die Selbstvertretung junger Menschen mit Behinderungen (jumemb) auch dabei.
Die Veranstaltung begann um 11:00 Uhr und dauerte mit Pause 4,5 Stunden. Wir teilten uns in Gruppen nach Geburtsjahrgängen auf. In jeder Gruppe gab es drei Moderator:innen. Zuerst stellten wir uns in unserer Gruppe kurz vor. Dann wurden uns vorbereitete Fragen gestellt, auf die wir antworten sollten. Zum Beispiel: wie ging es euch damit, eure Freunde nicht zu sehen? Wie war es, in den Osterferien nicht verreisen zu können? Wie war es in der Schule mit dem Unterricht im Lockdown?
Die meisten sagten, es war sehr schlimm, so isoliert zu sein und keine Freunde treffen zu können. Einige haben heute noch Depressionen oder andere Erkrankungen. Und wir waren uns einig, dass der Unterricht während des Lockdowns sehr chaotisch war. Außerdem war die medizinische Versorgung schlecht. Das wir neben den geplanten Fragen keine eigenen Themen einbringen konnten, fand ich schwierig.
Für mich als jemand, die zur Kommunikation einen Talker nutzt, war es schwer mitzureden. Ich hatte einen Text vorbereitet, den ich nicht abspielen konnte. Die Gespräche gingen für mich zu schnell. Ich brauche Zeit zum Schreiben, aber der Termin war straff geplant. Das ist nicht barrierefrei. Ich bin froh, dass trotzdem behinderte Menschen eingeladen waren und ich habe sogar ein paar Bekannte getroffen. Doch ich bin der Meinung, es hätte eine eigene Gruppe von jungen betroffenen behinderten Menschen geben müssen oder wir hätten einfach mehr Zeit gebraucht. Denn wir behinderten Menschen hatten noch andere Themen, die nicht besprochen wurden und es gab keine Möglichkeit diese einzubringen.
Mein Rat an die Politiker*innen wäre, mal was zu tun und nicht nur immer zu sagen: Schön, dass Sie da sind.






